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25. Juni 2013

Styrkeprøven 2013

Dieses Jahr stand der längste Radmarathon Europas auf meinem Rennkalender. Nicht nur einfach so, es sollte mein Saisonhöhepunkt werden und war somit ein gutes Trainingsziel. Viel Vorbereitung und Training waren für dieses Rennen notwendig, aber es hat sich richtig gelohnt. Teil des Teams für dieses Rennen war mein Trainer Daniel Langer, mit dem ich zusammen die 542 Kilometer von Trondheim nach Oslo fuhr. Artjom Gräfenstein fuhr den Teamwagen und versorgte uns im Rennen mit allem, was wir brauchten. Hier der Bericht:


Mittwoch, 19.6.2013

Um 7:00 Uhr stand ich bei meinem Trainer Daniel vor der Tür und die letzten Sachen wurden im Auto verpackt. Halb acht bewegte sich der Land Rover Defender dann los in Richtung Norwegen. Seit Sonntag war ich fast nur am Packen und natürlich auch noch in der Schule. Jetzt ging es endlich los. Die Temperaturen kletterten auf 30 Grad. Wir sahen das erste mal das Meer. Gegen 12:00 Uhr fuhren wir auf die Fähre Richtung Dänemark. Anschließend ging es über die Oresund Brücke Richtung Schweden. Gegen 15:00 Uhr haben wir in Schweden gegessen. Die Autobahn führte immer weiter an der Küste nach Norden. Gegen 20:00 Uhr erreichten wir dann Norwegen und es begann zu regnen. Um 22:30 waren wir dann mitten in Oslos Innenstadt und es war natürlich noch hell. Wir übernachteten in einer Studenten WG in der ein Freund von Daniel wohnte.


Donnerstag, 20.6.2013
 

Halb acht sind wir aufgestanden und haben gefrühstückt und geduscht. Um 9:00 Uhr fuhren wir los und weiter ging es Richtung Trondheim. Das erste Stück Autobahn, bis es auf die Strecke der Styrkeprøven 2013 ging, die wir aber von Süd nach Nord abfuhren. Das Wetter war ausnahmsweise richtig gut. Der Geruch von norwegischer Luft lag in der Luft und auf der schmalen kurvigen Straße trafen wir Schafe und Rinder. Als wir wieder auf größere Straßen kamen ging es sehr lange an einem See entlang. Gegen 13:00 Uhr machten wir Pause. Es ging immer weiter Richtung Norden. Am Nachmittag war es am wärmsten, fast 30 Grad. In den Bergen lag Schnee und der Weg nach Trondheim schien nicht zu enden. Die 50 Kilometer lange Hochebene der Strecke verbreitete ein Gefühl von endloser Freiheit. Nach der 100 Kilometer langen Abfahrt endeten die letzten relativ flachen 60 Kilometer Europastraße für uns gegen 19:30 Uhr in Trondheim. Wir wohnten bei einer Freundin von Daniel und es gab ein typisch norwegisches Gericht mit Kartoffeln und Schaffleisch. Abends fuhren wir noch in die Stadt, die trotz ihrer 500.000 Einwohner wie eine deutsche Kleinstadt aussah. Es war wirklich die ganze Nacht hell und wurde nicht ansatzweise dunkel.
 


Freitag, 21.6.2013
 

Noch einen Tag bis zum Start. Wir waren zwei lockere Stunden trainieren und die Beine waren gut. Morgens hatten wir gutes Wetter, gegen 16:00 Uhr setzte Regen ein. Zum Mittag haben wir Nudeln gegessen und um 15:00 Uhr ging es in die Stadt, um die Startnummern abzuholen. Wir mussten noch unseren Teamwagen anmelden, was sich dann hinzog. Nach viel Wartezeit und einem einstündigen Briefing auf norwegisch war um 19:30 Uhr alles angemeldet. Abends bereiteten wir noch die Verpflegungsbeutel, die Räder und das Auto vor.


Samstag 22.6.2013
 

Um 6:00 Uhr standen wir auf und frühstückten. Ich war richtig aufgeregt und es regnete schon vor dem Start. Es waren im Schnitt 8 Liter Regen pro Stunde und die ganze Zeit Gegenwind vorhergesagt. Schon um 6:00 Uhr starteten die größeren Teams, die die Strecke in weniger als 16 Stunden fahren wollten. Wir hatten somit relativ schlechte Karten, denn alle schnellen Teams waren schon längst gestartet. Zu zweit, um 8:27 Uhr war dann unser Start. Nach dem Start fuhren wir ein hohes Tempo. Am Ende des ersten Anstiegs schlossen wir auf eine ungefähr 70 Mann große Gruppe auf, die aus zwei Teams bestand und fuhren die nächsten 60 Kilometer in dessen Windschatten. Als der lange Anstieg dann begann, gaben wir wieder Gas und fuhren zu zweit weiter nach vorne. Die ersten großen Teams gingen in ihre selbst organisierten Verpflegungsstellen, wodurch wir relativ schnell weiter vorne waren. Wir fuhren eine Zeit lang im Windschatten eines großen Teams und nahmen die ersten Verpflegungsbeutel von Artjom entgegen. Bei Kilometer 120 setzten wir uns dann von der Gruppe ab und fuhren mit relativ hohem Tempo alleine den langen Anstieg bis auf 1066 Meter Höhe hoch. Oben auf Mitte der Hochebene hatten wir Glück, denn eine große Gruppe, die aus zwei Teams bestand, ging gerade aus ihrer Verpflegung und wir konnten aufschließen. Die 60 Kilometer lange Abfahrt fuhren wir mit der Gruppe zusammen. Ungefähr 10 Kilometer nach einem Sturz direkt vor uns gingen fast alle aus der Gruppe in eine Verpflegung. Wir fuhren alleine weiter. Mit 270 Kilometer in den Beinen kämpften wir größtenteils zu zweit 70 Kilometer mit Gegenwind und Starkregen. Bei Kilometer 350 wurde mir sehr schwindelig und ich konnte nicht mehr geradeaus fahren. Artjom, der schon die ganze Zeit hinter uns fuhr und uns permanent mit Verpflegungsbeuteln und Trinken versorgte reagierte richtig. Drei Minuten Pause, ein Liter Cola ohne Kohlensäure und weiter ging es. Bei Kilometer 356 holte uns ein Team ein, dass wir bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesehen hatten und wir hängten uns in dessen Windschatten. Meine Kontaktlinsen machten mir bei dem vielen Regen Probleme und wir mussten erneut anhalten, schafften es aber, wieder an das Team heranzufahren. Als das Team bei Kilometer 370 dann in die Verpflegung ging hielten wir zum ersten mal für mehr als fünf Minuten an und versorgten den Antrieb mit neuem Kettenspray. Dann wurde es langsam dunkel und gefährlich. Viele Fahrer fuhren Wellen und die ganze Zeit flogen Tools, Flaschen und Riegel durch die Gegend. Außerdem führte die Strecke durch eine uneinsichtige Baustelle und ohne meine Kontaktlinsen sah ich nicht mehr viel. Energydrink und Cola hielten uns wach. Und es waren nicht mehr die Gelenke die Probleme machten sondern nur noch die Konzentration. 150 Kilometer in der Gruppe wurden zur Qual. Wir überlegten, ob wir einfach alleine bis zum Ziel fahren, denn wir hatten beide noch sehr gute Beine. Aus Sportlichkeit entschlossen wir uns aber dazu, das Team in dessen Windschatten wir hingen als erstes über die Ziellinie fahren zu lassen. 20 Kilometer vor dem Ziel gab es noch Stürze und 15 Kilometer vor dem Ziel, auf der Autobahn zog das Team endlich wieder das Tempo an und wir rollten nach 18:17:01 Stunden über die Ziellinie. Am nächsten Morgen stand es fest, ich hatte die U19 Wertung der Styrkeproven 2013 gewonnen. Der Gesamtplatz wird erst in 10 Tagen sicher feststehen. Auf 542 Kilometern mit 4394 Höhenmetern hat es fast die ganze Zeit geregnet und wir hatten nur Gegenwind, ich bin angekommen, sehr glücklich über dieses Ergebnis und es hat sehr sehr viel Spaß gemacht. Ich hoffe, ich kann irgendwann noch einmal solch ein Rennen mitfahren !! :)
 


Sonntag, 23.6.2013
 

Gestern noch mit dem Rad einmal durch Norwegen von Trondheim nach Oslo gefahren, heute ging es zurück nach Deutschland. Die Fahrt war richtig lustig. Montag Nacht kamen wir an und ich habe erst einmal fast zwei Tage nur ausgepackt und natürlich geschlafen..
 

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