Immer mit der Ruhe
Bitte habe einen Moment Geduld
Große Inhalte werden geladen
.. !! :)
03. Mai 2015

ARA Ostfalen Brevet 300 2015

Der „ARA Ostfalenbrevet 300“ rief, der Freitag kam und die letzte Vorbereitung lief. Bei angenehmen Windverhältnissen und Temperaturen um die 8 Grad wurde gegen 17:00 Uhr dann die gut vorbereitete Anreise per Rad Richtung Norddeutschland angetreten, wobei eine quer am Rad befestigte Kekspackung sicher das optische Highlight an dem ohnehin schon relativ stark bepackten Rad bildete. Fraglich ob das Mithalten mit der Kekspackung möglich sei, befand sich mit dem letzte Woche eingetroffenen und daher noch mit relativ wenig Betriebsstunden ausgestatteten neuen Bordcomputer auch ein anderes optisches Highlight im Gepäck. Die Kekspackung durfte 80 Kilometer später in der Jugendherberge als Abendbrot genossen werden, denn eine schmackhafte, ausgewogene und kräftigende Mahlzeit darf vor einem wie am nächsten Tag folgenden Kraftakt natürlich kein Fehlen besitzen. Neben dem eben doch eher unausgewogenerem Verspeisen einer Kekspackung stand natürlich noch die Nächtigung in der Jugendherberge auf dem Programm, welche sich als nicht so komfortabel wie im heimischen Bett einstellte, aber mit voriger Dusche trotzdem ihre vollständige Durchführung bekam. Von leichten Kopfschmerzen begleitet begann nun am nächsten Morgen der Weg bis zum Frühstückstisch und anschließend noch zum vergleichsweise deutlich weiter entfernten Startort. Das erhobene Ziel war es, die über 300 Kilometer -ausgenommen der wenigen Pausen- mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern zu fahren. Um 08:30 Uhr erfolgte bei kühlen Temperaturen, bewölktem Himmel und ebenso wie am Vortag angenehmen Windverhältnissen der Start auf die 308 Kilometer lange Strecke mit 2402 Höhenmetern. Die Strecke sollte über den Elm hinweg über Dörfer und Felder Richtung Nordharz führen, was der oben besagte mit GPS und allem ausgestattete Radcomputer nur teilweise preisgab. So wurde schnell ein Mitstreiter gefunden, der mehr Erfahrung mit seiner Navigation besaß und dafür im Gegenzug von vergleichend mehr Windschatten profitieren durfte. Das heimische Trainingsgebiet erreicht, folgte ein kleinerer Anstieg, an dem sich zur Erreichung der gesetzten Ziele leider abgesetzt werden musste. Während auch das Wetter wärmer wurde, wurde ab jetzt ausschließlich alleine fahrend bald die erste Kontrolltankstelle erreicht, an welcher neben dem abstempeln schnellstens ein halber Liter Trinken gezapft wurde. In der einen Hand ein Croissant, in der anderen Hand den Lenker, ging es auf der schönen Strecke weiter, die nun immer dem südlichen Harzrand folgend Richtung Osten verlief. Nachdem sich mit ordentlich Druck in den Beinen bei Verlassen der heimischen Trainingsgefilde kurz verfahren wurde, war auch der Algorithmus des neuen Navigationsapparates geknackt, sodass der restlichen Befahrung der ersten Hälfte der Harzumrundung schon bald nichts mehr im Wege stand. Dem ordentlichen Druck in den Beinen Tribut zollend, konnte allerdings bei Kilometer 150 nur Dank Dextro Energy ein kurzer Einbruch nach einem kleinen Anstieg überlebt werden, sodass die zweite Kontrolltankstelle pflichtgemäß zur Vorbeugung gegen weitere derartige Fälle genutzt werden musste. Im Schatten des Kyffhäuser Denkmals die Anzahl der Croissants auf zwei erhöht, freute sich die Verdauung auch über ein Eis und einen weiteren halben Liter Trinken, bevor es weiter um den Harz ging und einige Höhenmeter zu bewältigen waren. Auch wenn der Mund bald in eine offene Starre verfiel, war der ordentliche Druck wieder da, die kurvige Straßenführung brachte viel Spaß und der von unzähligen Schlaglöchern und kopfsteingepflasterten Passagen geprägte Straßenbelag hielt wach, sodass die dritte Kontrolltankstelle, an der nun nur schnell stempeln, trinken und Eis verspeisen anstanden, gefühlt schnell erreicht waren. Was nun folgte, war das, was das Ultralangstreckenfahren zu echtem Sport werden lässt. Mit 235 Kilometern seit Start in den Beinen hatte man schon viele abwechslungsreiche Landschaften gesehen, viele Formen von Straßenbelägen erfahren und die meisten Probleme wie Navigationsprobleme oder die bereits etwas wundersame angesprochene Starre des offenen Mundes durchlebt. Die Beine waren gut und es folgten die letzten 75 Kilometer durch totes Land. Weder Hügel, noch Dörfer, kurvenreiche Straßen, kaputte Straßenbeläge, starre Positionen, Einbrüche, nicht einmal ein Windpark folgten. Mit Fragen wie „Kann man vor Langeweile sterben?“, „Wie groß muss ein Trecker sein, um ein zwei Kilometer langes Spargelfeld zu bewirtschaften?“ oder „Fliegt man hier wohl mit dem Flugzeug zum nächsten Einkaufsmarkt?“ beschäftigt, wurden diese mental sehr harten letzten 75 Kilometer im nicht vorhandenen Windschatten eines Liegerad-Mitstreiters gefahren, was der Sache mehr oder eher weniger half. Um kurz nach halb acht wurde sichtlich erschöpft das Ziel nach 309 Kilometern und ca. 11 Stunden erreicht. Nicht nur dieses Ziel wurde erreicht, denn mit Rausberechnung der drei Pausen an den Kontrolltankstellen stand auch ein 30,5er Schnitt auf dem neuen Radcomputer, was neben Abiturvorbereitungen schon fast überheblich zufriedenstellend ist und für die schnellste Zeit auf einem herkömmliche Fahrrad reichte. Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, standen mit dem Weg zum nächstgelegenen Bahnhof und der Hinfahrt am Morgen am Ende 337 Kilometer auf der Anzeige. Um kurz nach halb elf stand das Rad wieder im Keller und die Dusche lief !! :)
 

Blog-Archiv

Slide background
Slide background
Slide background
Slide background
Slide background
Slide background
Slide background
Slide background
Slide background
Slide background
Slide background
Slide background
Slide background
Slide background
Slide background
Slide background
Slide background
Slide background
Slide background
Slide background
Slide background
Slide background