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Paris - Brest - Paris 2015

Willkommen auf der Projektseite

Nachdem 2014 das Projekt "Styrkeprøven 2014" mit großem Erfolg beendet werden konnte, steht 2015 neben dem Abitur mit dem Projekt "Paris-Brest-Paris 2015" erneut ein großes Ziel auf dem Plan. Hier auf der Projektseite erfährst Du neben allen Neuigkeiten im Projektblog im unteren Teil der Seite wer das Projekt unterstützt, wie und warum Du selbst Unterstützer sein kannst und natürlich auch, warum dieses Projekt durchgeführt wird. Beim Lesen, Zuschauen, Teilen, Unterstützen, Mitfiebern und und und .. Viel Spaß und Freude !! :)

Projekt Paris-Brest-Paris 2015

  • Karl Helpferer
  • WSV Clausthal-Zellerfeld
  • Bad Bikers MTB Sport e.V.
  • McDonalds Wernigerode
  • Mike Kraft
  • Denise Reichel
  • Manuel Eichhorn
  • Henning Borchert
  • Zweirad Langer
  • Robert Roller
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Eine echte Herausforderung für den guten Zweck.

Um auf mehr Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderung im Sport aufmerksam zu machen, ist das große Ziel für 2015, den über 1200 Kilometer langen Brevet (Radmarathon) 'Paris-Brest-Paris' nonstop in 55 Stunden zu bezwingen. Der alle vier Jahre stattfindende größte Brevet Europas mit mehr als 10.000 Höhenmetern führt einmal quer durch Frankreich von Paris an den Atlantik und zurück und muss von seinen rund 5000 internationalen Teilnehmern ohne fremde Hilfe innerhalb von 90 Stunden gefahren werden. Eine echte Herausforderung für einen guten Zweck.

Inklusion braucht Aktion.

Sport inspiriert Menschen und Sport hat die Kraft Menschen zu vereinen. Im Sport sollten deshalb alle Menschen die gleichen Chancen haben, egal welche Sportart sie ausüben und egal ob sie eine Behinderung haben oder nicht. Im Alter von 19 Jahren wird sich als jüngster Botschafter des Projekts "Inklusion braucht Aktion" nicht versteckt und damit möglichst viele Menschen mit dem Projekt "Inklusion braucht Aktion" erreicht werden, wird sich der bis hier größten Herausforderung des Lebens gestellt. Ein Projekt, um auf ein viel größeres Projekt aufmerksam zu machen. Inklusion braucht Aktion.

Mut machen.

Ein plötzlicher Unfall oder eine unerwartete Krankheit kann jeden Menschen treffen. Von der Gesellschaft alleingelassen und ausgegrenzt zu werden, wünscht sich danach wahrscheinlich niemand und deshalb sollte jeder Menschen mit Behinderung tolerieren und akzeptieren. Menschen mit Behinderung soll mit dem Projekt Mut gemacht werden, indem andere Menschen durch den langen Weg zur Bewältigung des über 1200 Kilometer langen Brevets darauf hingewiesen werden. Menschen ohne Behinderung können sehen, was man schaffen kann, wenn einen etwas antreibt. Mut machen.

- März 2015 -

Fritz

Fritz

Harzkurier vom 01.10.2015 !! :)
 

Der volle Flm online auch auf YouTube: https://youtu.be/DFs9_4KhBPw
Abonniere den 'Fritz Geers - Ultrasportler.' YouTube Kanal und sehe neue Videos immer als erstes: Abonnieren !! :)
 

02. September 2015

Paris-Brest-Paris 2015


Über 1200 Kilometer ohne Pausen auf dem Fahrrad sind eine ganz schön lange Strecke und das vor allen Dingen, wenn man diese im jungen Alter von 19 Jahren in Angriff nimmt. Kaum zu fassen sind die vielen Eindrücke auf der Strecke, die körperliche Extrembelastung und der Gang an die eigene Grenze. Genau deshalb gibt es zum Saisonhöhepunkt keinen seitenlangen Rennbericht in gewohnter Form, sondern die wichtigsten Punkte auf einen Blick.

Herangehensweise:
Der Superbrevet Paris-Brest-Paris sollte ganz nach dem Mythos eines Brevets gefahren werden und somit im Vergleich zu einem Ultracyclingrennen ohne fremde Hilfe aus einem Begleitfahrzeug in Angriff genommen werden. Diesem Mythos nicht folgend hätte man eine Menge Zeit einsparen können, weshalb es auch viele Fahrer gab, die dem nicht nachkamen. Bei der Qualifikation mit 200-, 300-, 400-, und 600 Kilometer Brevets im Frühjahr war es bereits Zielsetzung, auch den Superbrevet wie einen Brevet zu fahren und so war in Frankreich vom Ersatzreifen über Stromversorgung mit Akkus am Rad bis zur Ersatzkleidung und Ernährung alles im verhältnismäßig schweren Gepäck vorhanden. Hauptsächlich ging es auch darum, die Strecke nahezu schlaflos zu schaffen, um Erfahrungen in dieser Richtung zu sammeln. Wie beim Brevet üblich, war die Zeit nur zweitrangig und es ging hauptsächlich ums Ankommen, weshalb auch viele Minuten mehr zum Essen und Stempeln an den Kontrollen verbraucht wurden, ohne viel Rücksicht auf die im voraus geplanten 55 Stunden zu nehmen.

Begleitung:
Zwischen den Kontrollen wurde planmäßig kraftvoll getreten, um den reinen Fahrschnitt am Ende auf über 29 km/h hoch zu drücken. Ob der Körper im jungen Alter diesen extremen Belastungen standhalten würde, war vor der Reise nach Paris nicht sicher und auch sollte ein längerer Film über das Projekt entstehen, sodass Henning Borchert als Arzt ein guter Begleiter war, der nun aus einem Medienfahrzeug heraus filmerisch dokumentierte und einen Liveticker auf facebook aktuell hielt. Einzig im Notfall wäre aus dem Begleiter ein Betreuer geworden und aus dem Medienfahrzeug ein Begleitfahrzeug. Paris-Brest-Paris wurde dennoch mit Begleitung ohne Betreuung wie ein echter Randonneur gefahren.

Unfassbarkeit:
Der Abstand zwischen Startzeit und Zielzeit war beim Saisonhöhepunkt so groß, dass dazwischen ganze 62 Stunden lagen. Es lässt es sich selbst leider kaum fassen, was innerhalb dieser Zeit alles passiert ist. Kaum merklich verschwammen vier Tage und drei Nächte zu einem Brocken an Erinnerungen, Details und Erlebnissen. Schöne Erinnerungen an komplett verschiedene Landschaften oder schlechte Erinnerungen an alpträumerische Straßen teilte der Kopf nach nur kürzesten Powernaps schon in Etappen ein. Eher müsste man ein Buch über den französischen Superbrevet mit seinen Startern aus aller Welt schreiben, als das man einen kurzen Rennbericht schreiben kann. 1231 Kilometer am Stück fühlen sich nicht an, wie ein langer Mountainbike Marathon den man einfach zu Ende fährt, sondern eher wie als würde man beispielsweise die Salzkammergut MTB Trophy sechs mal hintereinander fahren oder drei 24h Rennen am Stück fahren.

Müdigkeit:
Insgesamt schlagen beim Saisonhöhepunkt 55 Minuten Schlaf zu Buche, was bedeutet, dass der Superbrevet nahezu schlaflos beendet wurde. Schlechter als gedacht verlief der Kampf gegen die Müdigkeit, der aber schließlich doch noch gewonnen werden konnte. Nichts am Superbrevet bereitete mehr Probleme als die Müdigkeit. Während in der ersten Nacht wenige kurze Powernaps ausreichten, begann es im Verlauf des folgenden Tages hart zu werden und in der Mittagssonne fielen die Augen während der Fahrt im Sekundenschlaf zu. Nach der ersten zehnminütigen Schlafpause an einer Kontrolle folgte eine Phase der Besserung, um später nicht ganz ungefährlich mit Schlafmangel durch die zweite Nacht zu fahren, die zum Ende hin im 10 Kilometer Abstand Powernaps forderte, um schließlich kurz vor Sonnenaufgang doch in einer längeren Schlafpause zu enden. Das zweite mal das Tageslicht erreicht, wurde nahezu der komplette Tag durchgefahren, bevor es in die letzte Nacht ging.

Grenzerfahrungen:
Die letzte Nacht des Brevets sollte in der Planung weniger Zeit benötigen, musste aber wegen der hohen Müdigkeit um Deutliches länger sein. Halluzinationen begleiteten schon die zweite Nacht und schlugen in der dritten Nacht in voller Härte zu. Auch der Sekundenschlaf führte einige Male in den Straßengraben, wobei zum Glück keine schlimmen Stürze entstanden. Geistig schon in einer anderen Welt aus Kindheitserinnerungen sorgte der im Lichtkegel vorbeirauschende Straßenbelag auf den langen Geraden für eine Alptraumfahrt, die eine echte Grenzerfahrung war. Die Geisteswanderung konnte schließlich nur gestoppt werden, indem die letzten fünfzig Kilometer vor dem Ziel mit Dauergesprächen aus dem Medienfahrzeug begleitet wurden. Kurz zuvor wurde mitten auf der Straße stehend in Selbstgesprächen erklärt, wie oft es innerhalb der letzten zehn Kilometer schon in der Stadt im Kreis ging, obwohl es in Wirklichkeit nur geradeaus über Felder ging.

Extrembelastung:
Muskulär und körperlich ist der Saisonhöhepunkt den Umständen entsprechend gut weggesteckt worden. Die Achillessehnen begannen nach rund 800 Kilometern und der kalten zweiten Nacht starke Schmerzen zu verursachen. Trotzdem konnte mit angepasster Trittfrequenz weitergefahren werden, bis schließlich mehrere hundert Kilometer weiter die Ursache der Schmerzen entdeckt wurde: Die Kompressionswirkung der Socken war auf der langen Distanz zu stark. Weiterhin gab es nach der Ultradistanz weder Muskelkater, noch große Erschöpfungserscheinungen und auch im Gesäßbereich waren kaum Schmerzen vorhanden. Durch den enormen Schlafmangel geschwächt, war nur das Immunsystem nach der Rückreise angeschlagen. Seit drei Tagen zurück und den fehlenden Schlaf zu Teilen aufgeholt, ging es leider mit der ersten Krankheit seit Jahren weiter.

Wetter:
Durchweg frei von Regen lieferte das Wetter erst einmal sehr gute Bedingungen für die 1200 Kilometer Radfahrt und vermieste so auch bis zum Ende nicht den Spaß am Fahrrad fahren. Schwierigkeiten bereiteten dennoch die hohen Schwankungen der Temperatur zwischen Tag und Nacht. Vor allen Dingen in den frühen Morgenstunden der zweiten Nacht fiel die Temperatur deutlich und zwang dazu die wärmere Kleidung anzuziehen. Tagsüber dagegen wurde trotz warmen Sommertemperaturen schnell vergessen diese wieder auszuziehen und somit ging es mit nassgeschwitzten Kleidern in die letzte Nacht, in der schließlich alles angezogen werden musste, was noch im Rucksack war. Unterm Strich war also alles vom Kampf gegen die Kälte bis zum dicken Sonnenbrand dabei, eben nur kein Regen.

Ernährung:
Gut eingeteilt wurden vom Start weg in regelmäßigen Abständen Dextro Energy Riegel gegessen, damit der Magen immer beschäftigt ist. Um dem drohenden Hungerast ohne Begleitfahrzeug immer noch rechtzeitig aus dem Weg zu gehen, musste an fast jeder Kontrollstelle mal mehr oder weniger Nahrung zu sich genommen werden, was leider zu schnell wachsenden Pausenzeiten führte, die aber nun einmal im Brevet nicht als schlimm empfunden wurden. Außerdem ging das Konzept gut auf, denn bis zum Schluss gab es keine Verdauungsprobleme. Besonders bei Paris-Brest-Paris war, dass auch jenseits der Kontrollstellen viele Zuschauer vertreten waren. Teilweise verteilten diese Crepes, Kekse oder Wasser für umsonst und freuten sich sehr, wenn man anhielt. Mit dem Trinken sah es einfacher aus als mit der Nahrung und die immer mit Wasser und Getränkepulver an den Kontrollen aufgefüllten Flaschen wurden sich je nach Temperatur gut eingeteilt. Auf Cola, Eistee oder Energydrink konnte komplett verzichtet werden und nur eine Koffeintablette musste in der zweiten Nacht gegen die immer schlimmer werdenden Halluzinationen eingenommen werden.

Material:
Die mit viel Elektronik ausgestattete Ausrüstung musste am Laufen bleiben, weshalb Kamera und Navigation zuverlässig vom wasserdichten Notstrom Akku der Firma Znex versorgt wurden, welcher im späteren Rennverlauf auch den Handyakku einmal komplett auflud. Außerdem hielten Lampen von Lupine auch in der Nacht die Straße hell, sowie mit dem Rotlicht als Rücklicht sicher. Weiterhin fand man die ausgeschilderte Strecke am Tage gut, doch Nachts ging es deutlich besser, die Strecke wie im normalen Brevet mit Navigation zu finden. Aufgrund des größeren Gepäcks musste ein Rucksack getragen werden, was sich ein paar Tage nach dem Zieleinlauf rächen sollte: Der Rucksack klemmte einen Nerv im Rücken ein, wodurch die linke Hand nun noch einige Wochen taub bleiben wird. Am Fahrrad gab es keine Probleme, Pannen oder Defekte, ebenso wenig wie mit dem restlichen Material dank langer Planung.

Frankreich:
Ohne die Bevölkerung Frankreichs kritisieren zu wollen, bereitete es doch in Teilen große Probleme, dass die Sprache der englischen Bevölkerung fast grundlegend abgelehnt wurde, obwohl am Start der internationalen Veranstaltung Menschen aus aller Welt ihren Mund öffneten. Trotzdem war die Veranstaltung aber gut organisiert und so reichte die Kenntnis über das französische Wort für Dankeschön eigentlich immer aus. Landschaftlich hatte die Strecke ebenso ihre Eigenheiten, die besonders hart wurden, als es hunderte Kilometer über immer höher werdende Hügelketten ohne Abwechslung am Straßenrand geradeaus ging. Andersherum gab es aber genauso Landschaften mit schöneren Eigenheiten, viel Abwechslung und tollen Panoramen. Höhenmeter die an der Zahl fast die 12.000 erreichten, gab es zumeist in langen flachen Anstiegen, an Kurven wurde dabei aber oft gespart. Als sparsam bleibt auch teilweise die Verarbeitung des Straßenbelags in Erinnerung, der oft raue Beläge und Schlaglöcher mit sich brachte.

Das Projekt:
Insgesamt war das Projekt Paris-Brest-Paris 2015 ein voller Erfolg, den schließlich sehr viele Menschen im Internet und in der Presse verfolgt haben. Neben dem Abitur war die Qualifikation mit 200-, 300-, 400-, und 600 Kilometer langen Brevets ein langer Weg, der sich nun doch gelohnt hat. Paris-Brest-Paris als jüngsten deutschen Starter in 62 Stunden und echter Ranndonneursart nahezu ohne Schlaf zu beenden war ebenso anstrengend und hart wie emotional bewegend. Dankbar geht der Erfolg an die Sponsoren und Unterstützer des Projekts, die nun auch Teil des Films über das Projekt sind !! :)

 

Karl Helpferer | WSV Clausthal-Zellerfeld | Bad Bikers MTB Sport e.V. | McDonalds Wernigerode | Mike Kraft | Denise Reichel | Manuel Eichhorn | Henning Borchert | Zweirad Langer | Robert Roller | und weitere.


Goslarsche Zeitung vom 27.08.2015 mit Bericht über das Projekt 'Paris-Brest-Paris 2015' - Ausführlicher Rennbericht, Projektbilder, Kurzfilm und mehr folgen in nächster Zeit !! :)
 

15. August 2015

15.08.2015

Auf nach Frankreich.

Das große Ziel für 2015, den über 1200 Kilometer langen Superbrevet 'Paris-Brest-Paris' nonstop in unter 55 Stunden zu bezwingen, steht morgen an. Der alle vier Jahre stattfindende größte Brevet Europas mit rund 11.700 Höhenmetern führt einmal quer durch Frankreich von Paris an den Atlantik und zurück und soll von seinen rund 6000 internationalen Teilnehmern innerhalb von 90 Stunden gefahren werden. Wie es die Tradition der Randonneure (Teilnehmer) vorschreibt, wird ohne fremde Hilfe teilgenommen, mit allem Nötigen an Gepäck gestartet und einzig ein Fahrzeug für filmische Zwecke begleiten, sowie die Betreuung bis zum Start am Sonntag um 16:15 Uhr übernehmen. Als Betreuer bzw. Kameramann dabei ist Henning Borchert, der das Projekt von Anfang an unterstützt hat und als berufstätiger Arzt auch im Notfall eingreifen kann. Besonders für einen Brevet ist bei Paris-Brest-Paris nicht nur die Hilfsbereitschaft der Menschen an der Strecke, sondern auch, dass die Strecke ausgeschildert ist, was bei den Qualifizierungsbrevets nicht der Fall war. Die Qualifikation für Paris-Brest-Paris musste im Jahr der Teilnahme mittels einer Brevetserie von 200-, 300-, 400- und 600 Kilometer langen Brevets geschehen, wobei auch ein kürzerer durch einen längeren Brevet ersetzt werden konnte. 2015 gab es 15 Brevetstartorte in Deutschland, an denen man sich zu bestimmten Terminen qualifizieren konnte. Selbst über den am nächsten gelegenen Startort der Ostfalenrandonneure mit allen vier Brevets qualifiziert, hätte das hinter dem Saisonhöhepunkt stehende Projekt mit den Reisekosten zu den Qualifizierungsbrevets und der Reise nach Paris nicht ohne fremde Hilfe stattfinden können. Ein großer Dank für die Unterstützung geht daher an:
McDonalds Wernigerode | WSV Clausthal-Zellerfeld e.V. | Karl Helpferer | Bad Bikers Mtb-Sport e.V. | Zweirad-Langer | Mike Kraft | Denise Reichel | Henning Borchert | Manuel Eichhorn | Robert Roller | und weitere.

Zwischenergebnisse gibt es Live unter dem Link http://suivi.paris-brest-paris.org/B010.html mit der Startnummer B010 und außerdem gibt es einen Liveticker aus dem Medienfahrzeug auf der Fritz Geers - Ultrasportler. facebook-Seite, die auch ohne facebook-Konto besucht werden kann. Beim mitfiebern viel Spaß und Freude !! :)
https://www.facebook.com/fritzgeersultrasportler


 

14. August 2015

14.08.2015

Das Rad fix und fertig mit Sponsoren beklebt, geht es morgen früh um halb fünf mit Betreuer los nach Göttingen, um dann mit dem Zug die weitere Reise nach Paris zurückzulegen. Dort angekommen soll das Medienfahreug in Form eines Mietwagens abgeholt werden. Bis zum Start des über 1200 Kilometer langen 18. Superbrevet Paris-Brest-Paris sind es noch gut zwei Tage. McDonalds Wernigerode und weitere großartige Sponsoren unterstützen das Projekt, über das morgen auf der Projektseite nochmals berichtet wird !! :)
 

Goslarsche Zeitung vom 18.06.2015 mit Vorbericht über das Projekt 'Paris-Brest-Paris 2015' im Sommer 2015 !! :)
 

Zwei Wochen nach dem 400 Kilometer Brevet stand mit dem „ARA Ostfalenbrevet 600“ erneut ein langes hartes Wochenende bevor. Alles vorbereitet ging es Freitag Abend als Fahrgast öffentlicher Verkehrsmittel Richtung Norddeutschland, um dort bei einem anderen netten Brevetfahrer näher am Startort gelegen zu übernachten. Der nächste Morgen begann mit dem auskundschaften diverser Wetterberichte, die mit sehr warmem Wetter in Verbindung mit viel Regen sehr schwer einzuschätzen waren. Beschlossen mit welchen Stoffen die komplizierte Wetterlage am besten in den Griff bekommen werden konnte, wurde der Weg zum nächsten geschlossenen Schienenfahrzeug per Rad in Angriff genommen, um schon bald den Startort zu erreichen. Dort angekommen erfolgte um 08:40 Uhr in der dritten Startgruppe der Start auf die über 630 Kilometer lange Strecke mit 3757 Höhenmetern. Gleich nach dem Start machte die eigene Navigation mit ausschließlicher Routenführung nach Himmelsrichtung ordentlich Probleme und ließ leider nur das Fahren in der Gruppe zu. Die Strecke ging wie bei Paris-Brest-Paris einmal ans Meer und zurück, einzig und allein mit dem Unterschied, dass der Weg zum Meer in Norddeutschland nicht so viele Höhenmeter hat und deshalb zur Gruppenbildung einlädt. Eine Gruppe ohne Navigationsprobleme war also schnell gefunden und natürlich fast vergessen, die Strecke zum Meer war ja auch über 600 Kilometer kürzer als die in Frankreich. Sicherlich waren es nur ein geschlossener Bahnübergang und die Elbfähre nach der ersten Kontrolle, die es nicht ermöglichten eine aus den ersten beiden Startgruppen gestartete Gruppe in der folgenden Aufholjagd zu stellen. Wie bereits erwartet hatte sich das Wetter nach der Fährüberfahrt bei Kilometer 130 mit schwüler warmer Luft und bewölktem Himmel zu der perfekten Mischung für Gewitter entwickelt, sodass ein wunderbares Regengebiet noch schneller war, als die schnelle Gruppe aus Startgruppe 1. Vom Wasser erfasst folgte ein lang andauerndes Regengebiet der nun fünfköpfigen eigenen Gruppe über mehrere Stunden hinweg bis weit hinter die zweite Kontrolle bei Kilometer 177. Es war nicht die Gruppe Schuld, die die Gesamtzeit des Brevets am Ende über die vorgenommenen 24 Stunden anstiegen ließ, sondern die Pausen. Mit einem 32er Schnitt an der nördlichsten Kontrolle bei Kilometer 290 einfahrend, stand für die Gruppe fest, dass ein Souvenir aus dem Meeresort im Magen nicht fehlen darf und somit drückte die erste lange Pause einen dicken Rückstand in die Gesamtzeit. Auch denkt man bei einem Brevet zum Meer in der theoretischen Vorbereitung an ein schönes Bild vom Strand aufs Wasser. In der Praxis findet man sich im über vier Stunden andauernden Regen wieder und verliert jegliche Motivation eine Kamera zu bedienen, weshalb das zum Brevet gehörige Video dieses mal leider auch mehr Straße als Landschaft zeigt. Den Rückweg nach Süden angetreten regnete es also bis in die tiefe Dunkelheit weiter, was zu diesem Zeitpunkt kaum als störend empfunden wurde. Vielmehr als störend empfunden stockte ein platter Vorderreifen wieder einiges an Zeit im Pausenkonto auf, machte anschließend allerdings keine Probleme mehr. Den ganzen Tag auf dem Rad gesessen, hielt man Halluzinationen nun nicht mehr für ausgeschlossen, jedoch stellte sich mit Anblick zweier schockierter Gesichter der verbliebenen Gruppe des Nachts um eins mitten im Walde heraus, dass eine mit nassen Haaren und Schlafanzug am Straßenrand stehende Frau nicht nur eine Einbildung war. Vom Schreck erholt wurde die nächste Kontrolltankstelle mit anschließender Pause in einem nahe gelegenen Burgerrestaurant bald erreicht, um noch mehr Pausenzeit zu verbraten. Im weiteren Verlauf der nächtlichen Radfahrt griff die Müdigkeit in der Gruppe als erstes einen selbst an, sodass eine Lösung im Kampf gegen den Sekundenschlaf dringend aus der Erfahrungsschublade hervorgeholt werden musste. Mit zweiminütigen Powernaps war das Problem im 20-Kilometer Abstand schnell unter Kontrolle gebracht, bis Nachts um vier schon relativ früh die Helligkeit zwischen den Bäumen hervorkroch. Ein paar Kopfsteinpflasterpassagen später erwischte die Müdigkeit trotz des werdenden Tages den Rest der treuen Gruppe, sodass eine Bushaltestelle als Übernachtungsgelegenheit herhalten musste. Die Bushaltestelle eine knappe halbe Stunde Probe gelegen, ging es weiter in den Tag, der die aufgehende Sonne leider nur im Rücken zeigte. Alle Motivationen nach der langen problemreichen Nacht plötzlich wieder vereint, wurde sich nach 480 Kilometern an einem flachen Anstieg schlussendlich von der hier langsam werdenden Gruppe abgesetzt, um doch noch was aus den bisher mehr schlecht als recht laufenden 630 Kilometern rauszuholen. Nach Erreichen der nächsten Kontrolltankstelle wurde kurze Zeit später die alleinige Weiterfahrt durch das altbekannte Problem der Navigation gestoppt. Auf das Fahren mit der Papiernavigation umgestellt, ging es aber langsam weiter. Langsam deshalb, weil doch noch das ein oder andere kleine Schläfchen auf dem Lenker nötig war, um die Zieleinfahrt nicht in den Krankenwagen zu verlegen. Trotzalledem lief die Weiterfahrt ohne Gruppe gut und nachdem die Elbe bald zum zweiten mal überquert war, wurde auch schon die sehnsüchtig erwartete letzte Kontrolltankstelle erreicht, wo nochmal Eis gefressen wurde wie man es sonst niemals tut. Gestärkt und von aller Müdigkeit verlassen ging es auf die letzten 57 Kilometer mit reichlich Gegenwind, um noch einmal alles Verlorene rauszuholen. Die letzten Navigationsprobleme ausgekontert, die letzten kleinen Anstiege hochgestampft und mit voller Kraft vorraus wurde kurz nach dem zwölf Uhr Schlag das Ziel erreicht, was eine Zeit von über 27 Stunden bedeutet.
630 Kilometer war die bisher längste am Stück zurückgelegte Distanz und mit bestem Gefühl im Ziel kann Paris-Brest-Paris 2015 ohne die vielen Problemchen unterwegs sicher mit einer besseren Zeit beendet werden. Das Projekt Paris-Brest-Paris 2015 möchte etwas werden und freut sich, Dir als Unterstützer unter https://www.fairplaid.org/1200-kilometer-fuer-inklusion ein paar Gegenleistungen anbieten zu dürfen. Mit dem erfahrenen Titel des "Superrandonneur" im Alter von 19 Jahren geht es bald in die Radsportwettkampfsaison 2015 !! :)
 

Was am Wochenende bevorsteht, hat nicht mehr viel mit der Lustigkeit zu tun. Mit dem ARA Ostfalenbrevet 600 als längsten Qualifizierungsbrevet zu Paris-Brest-Paris 2015 steht nochmal ein hartes Stück Arbeit an. 644 Kilometer und 3757 Höhenmeter möchten bei regnerischer Wettervorhersage gefahren werden, wobei sich die Strecke durch eine Umleitung kurzfristig von anfänglich 627,56 Kilometern auf 644 Kilometer verlängert hat. Der morgige Brevet ist nunmehr der letzte Qualifizierungsbrevet für Paris-Brest-Paris 2015 und bringt außerdem nach den 200-, 300- und 400 Kilometer langen Brevets den Titel "Superrandonneur" ein, den nicht jeder schon im Alter von 19 Jahren erfahren hat. Mit allem an Gepäck möchte die Strecke in weniger als 24 Stunden gefahren sein und fordert die Lupine Lampen auf, die ganze Nacht durchzuleuchten. Das Gefühl vor dem Brevet ist gut und von voller Ruhe geprägt. Einige Tage zuvor die Arbeit am Crowdfounding Projekt Paris-Brest-Paris gestartet, schwirrt ohnehin kein anderer Gedanke im Kopf herum, als die über 1200 Kilometer in Frankreich zu organisieren und vor allem, sie zu finanzieren. Erste Unterstützer sind bereits gefunden - auf Deine Unterstützung wird nach Beendigung des 600-Kilometer Brevets gehofft. Ein vorletzter Satz in diesem Artikel soll noch die deutsche Post ehren, die mit ihrem Streik zu sehr viel unnötiger Arbeit und Mühe in der Woche vor dem Brevet verholfen hat und beinahe die Absage des Brevets durch fehlende Energieversorgung von Kamera und Navigation während des Brevets herbeiführen wollte. Anders als eben genannte wird morgen nicht gestreikt und mit großer Spannung wird ein erfeolgreicher und harter Arbeitstag erwartet !! :)
 

Der 400 Kilometer langen Strecke in angespannter Lage entgegenblickend, begannen ein paar Tage vor Start des ARA Ostfalenbrevet 400 die feineren Vorbereitungen, indem unter anderem versucht wurde, so viel gesundes Gewicht zu sich zu nehmen, wie nur irgendwie möglich. Schließlich sollte die Arbeit nicht erneut wie ein abgemagerter Häftling beenden werden und wer wollte nicht schon immer einmal ein halbes Kilo Kartoffelbrei um Mitternacht verspeisen, um am nächsten Morgen gleich den Inhalt der ganzen Packung Müsli in den Magen folgen zu lassen. Das Fahrrad geputzt, gepackt und gewartet ging es am späten Freitag Nachmittag mit dem Zug in die Nähe des Startorts zu einem anderen Teilnehmer, der einerseits freundlich einen Übernachtungsplatz zur Verfügung stellte und andererseits die Anreise am nächsten Morgen bequem machte. So war es dann nach sorgfältigem Anlegen der Arbeitskleidung am Samstag Morgen um 07:00 Uhr soweit, dass auf die 400 Kilometer lange Strecke mit 3565 Höhenmetern gestartet wurde. Während die Strecke nach Süden am Harz vorbei durchs Eichsfeld führte, um dann in Thüringen ihren Lauf zu nehmen, durften drei weitere nette Fahrer von verhältnismäßig viel Windschatten profitieren. Das schlecht vorhergesagte Wetter präsentierte sich auf den ersten 140 Kilometern mit mäßigem Gegenwind, anfangs sechs Grad und teils bewölktem, teils sonnigem Himmel besser als erwartet, sodass nur drei leichte Regenschauer das kleine Grüppchen trafen. Vor Erreichen der zweiten Kontrolltankstelle verkleinerten nun leider einige Anstiege das Grupetto um einen Fahrer, wobei man selbst auch gerade seinen ersten kleinen Tiefpunkt mit Produkten des Hauses Dextro Energy unterdrücken musste. Folglich wurde an jener Kontrolltankstelle mit einem belegten Brötchen weiter gegen die bevorstehende Erschöpfung von Ressourcen angekämpft und somit neue Kraft für die Absolvierung der weiteren Strecke über die schöne hügelige Landschaft geschaffen. Mit dem einen Auge bedauernd beobachtend, wie die Kollegen der Gruppe dem eigenen Tempo immer schlechter folgen konnten, schweifte das andere Auge durch die vom nun sonnigen Wetter beleuchtete schöne Landschaft, sodass schnell das nächste Teilstück zur dritten Kontrolltankstelle geschafft war, um ein Eis in den Magen gleiten zu lassen. Das schöne Wetter lobend, zog plötzlich eine dicke schwarze Wolkenwand in Richtung des nächsten langen Anstiegs und kaum war die Regenklamotte angelegt, ergoss sich der erste Schauer der heftigen Art bei Kilometer 190. Um nun den eigenen Körper im Regen warm zu halten, wurde sich unbeabsichtigt von der Gruppe abgesetzt und der Ritt durch den Regen im eigenen Tempo fortgesetzt. Auf kleinen Straßen einige Hügel nehmend, verbesserte sich das Wetter wieder, um dann auf vielbefahrenen Straßen bis weit in eine Kreishauptstadt im Ostharz zwischen schlecht gelaunten Autofahrern in noch heftigere Regenschauer inklusive Hagel und Wind auszubrechen. Den Wetterwechsel und den vielen Verkehr überstanden, ging es weiter am Harz entlang. Die Beine wurden als verhältnismäßig gut erfühlt, die Motivation wurde von der alleinigen Anführung des Brevets auf dem Rennrad angetrieben und die Anstiege des Harzes standen nun bevor, als ein weiteres belegtes Brötchen von der Kontrolltankstelle bei Kilometer 233 den Weg in den Magen fand. Von erneutem Regen begleitet wurde nach Einnahme der Speise der Harz Anstieg für Anstieg und Abfahrt für Abfahrt überfahren und alle mentale Kraft für die letzten 120 Kilometer tote Landschaft gesammelt, um nicht wieder wie beim 300 Kilometer Brevet durch die scheinbar unendlich langen Spargelfelder am Langeweiletot dahinzugehen. Die Abfahrten aus dem Harz herunter lauteten neben dem Abend auch besseres Wetter ein, sodass im Zeitfahrmodus bei Sonnenschein und Rückenwind über die ersten 10 Kilometer-Geraden der Magdeburger Börde geprügelt wurde, um dieser Landschaft bloß keinen Blick mehr als verdient zu verleihen. Erste Krämpfe kündigten sich in einem langen flachen Anstieg an und bereiteten Sorgen, aber es lief weiterhin gut. Vor Einbruch der Dunkelheit wurde schließlich an der letzten Kontrolltankstelle noch ein letztes Eis verspeist und die nächtliche Getränkeauswahl mit Cola und Dextro Energy vorbereitet, sodass auch dem Krampfproblemen entgegengewirkt werden konnte, natürlich nicht mit der Cola. Der untergehenden Sonne entgegen ging es in die Nacht, wobei als Ziel klar gesetzt war, vor Mitternacht mit der schnellsten Zeit auf dem Rennrad anzukommen und den Einsatz der Cola zu unterlassen. Mit stark abfallenden Temperaturen, einigen Verfahrern, der entgegen von Vorschriften viel zu hellen Lupine Lampen und dem Brevet, der bisher am meisten Spaß gebracht hat in den Beinen, wurde um 23:00 Uhr das Ziel nach 14 Stunden erreicht. Tatsächlich konnte die erneut schnellste Zeit auf dem Rennrad eingefahren werden und dieses mal ergatterte nur ein Velomobil eine noch schnellere Zeit.
400 Kilometer in 14 Stunden sind bekanntlich kein Zuckerschlecken und riefen neben viel Müdigkeit leider im Nachhinein noch starke Wunden durch Scheuerstellen oberhalb der Fußgelenke hervor. Der Dank für diesen Brevet geht an jene, welche das Projekt Paris-Brest-Paris bisher unterstützen und die Brevetgemeinschaft, die dieses mal zwei teure Übernachtungen erspart hat – es hat viel Spaß gemacht und eine kleine Spende für die kostenlose Berichterstattung bringt das Projekt sicher erfolgreicher bis zum Ende. In zwei Wochen startet mit über 600 Kilometern Länge der letzte Qualifizierungsbrevet und damit auch eine neue Herausforderung !! :)
 

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