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04. Mai 2016

Bike Marathon Riva del Garda 2016

Es ist Samstag Morgen der 23. April und der Wetterbericht für den Harz deutet nichts Gutes an. Gut aber, dass der Plan für eine durchgeplante Woche und der fertig gepackte Radkoffer bereit für den 10:00 Uhr Zug nach Italien stehen. Den riesigen Koffer im Zug verstaut ist außer einen Umstieg so lange Zeit zum nachdenken, bis der glühende Bremsgeruch des Zuges ankündigt den Brennerpass bewältigt zu haben. Eine italienische Stimme dröhnt durch die Lautsprecher der ersten Klasse, welche heute billiger zu buchen war, als die zweite. Vom Bahnhof geht es per organisierter Mitfahrgelegenheit auf die letzten Kilometer nach Arco, um dort kurz vor Mitternacht eine schöne Unterkunft zu beziehen, die dennoch im Budget liegt. Draußen ist es warm, dunkel und regnerisch, bevor das Wetter in eine Woche mit genug Sonnenschein übergeht. Am nächsten Morgen ist das Rad nach einer Weile Schrauben aufgebaut und der Einkauf im italienischen Supermarkt für die nächsten Tage erledigt, bevor gegen Mittag die Ausbildung zum MTB Guide beginnt. Wenig zurückgelegte Strecke auf dem Rad, viel Theorieunterricht im Seminarraum und viele Guide-Aufgaben im Gelände stehen in den nächsten Tagen auf dem Programm. Notfallmanagment, Guidingtechniken, Fahrtechnik, Ausrüstungs- & Bikecheck und vieles mehr machen in der Ausbildung meist wenig Spaß, jedoch lässt es sich in der wunderschönen schroffen, felsigen Berglandschaft im italienischen Stil leben. Abends bleibt wenig Zeit für Training und südlich der Alpen gibt es tatsächlich andere typische Gerichte zu entdecken, als beim Italiener zu Hause. Die Ausbildung erfolgreich beendet, muss nunmehr nach fast einer Woche die feine Designunterkunft in Arco gegen eine einfache Ferienwohnung im Nachbarort Riva eingetauscht werden. Alles wichtige an Gepäck in und an zwei überladenen Rucksäcken befestigt ist der Umzug schnell vollzogen, bevor mitten in der Nacht die Teamkollegen mit dem Auto eintreffen, um am nächsten Tag noch den Radkoffer hinterher zu transportieren. Das Bikefestival in Riva del Garda steht an, die Sonne scheint und die Stimmung ist gut. Die Messe mit Team besucht, die Startunterlagen bearbeitet und das letzte Eis verspeist, geht es an die Startvorbereitungen für die Ronda Extrama mit 90 Kilometern und 3800 Höhenmetern am nächsten Morgen. Mit der Entdeckung eines gebrochenen Pedals 10 Minuten vor dem Start beginnt der Wettkampftag grandios und führt mit der nötigen Ruhe und Eile in den nächsten auffindbaren Bikeshop, der entweder enorme Preise für Pedalen verlangt oder nur Flatpedalen führen vermag, bevor er bei Verlassen des Ladens doch nachgibt. Schnell werden mit allen verfügbaren Mechanikern ein paar Pedalen und Schuhplatten montiert. Im dritten Startblock ist der Start nur um zehn Minuten verpasst und es geht wenige Kilometer später in den ersten von vier langen Anstiegen. Die kühle Morgenluft verschwindet schnell auf der Haut, Schweiß tropft auf das Oberrohr und das vom Ultracycling übernommene gleichmäßige Treten an der Schwelle lässt viele Fahrer stehen, aber auch einige Fahrer der später gestarteten Blocks überholen. Gefühlt kaum losgefahren geht es in den ersten Trail, der natürlich wegen des späteren Starts verstopft ist und einiges an Zeit kostet. Im nächsten Anstieg angekommen ist es steil und die Uhr zeigt wenig gefahrene Kilometer an. Eine gute Nachricht, die bedeutet, dass der Spaß im alpinen Bergwaldgebiet noch ein wenig dauern kann und nicht gleich schon vorbei ist. So langsam warmgefahren steht die zweite Trailabfahrt an, welche richtig Spaß macht, denn es läuft heute technisch und tempomäßig sehr gut in den Abfahrten. Grobes Geröllgestein rollt zwischen kleineren Felsabsätzen unter den Reifen weg, die sich präzise in den Waldboden drücken lassen, um bald in den nächsten Anstieg gehen zu können. Hier angekommen wandert der Puls zurück an die Schwelle und an anderen Fahrern vorbeischleichend wandert auch mal ein Dextro Energy Gel in den Magen, denn heute soll es keinen Hungerast geben. Das Rad durchläuft die nächste Trailabfahrt und es geht mit viel Spaß tiefenentspannt in den letzten Anstieg, der nicht ganz so lang ist. Mit der Renneinteilung völlig verpokert sind Schmerzen, Kampfschweiß und schwere Beine kaum vorhanden und es geht zügig bergan. Auch der Weg zur letzten Abfahrt in Riva ist genommen und es geht knapp unter sechs Stunden mit dem Gefühl ein Enduro Rennen gefahren zu sein durchs Ziel, anstatt die extreme "Ronda Extrema" gefahren zu sein. Beim nächsten mal muss definitiv schneller gefahren werden, denn kaum ausbelastet wären sicher noch zwei Runden mehr drinnen gewesen und bei einem Marathon sollte eher das Gegenteil der Fall sein. Großen Spaß hat es dafür gemacht, in der Ergebnisliste auf den 42. Platz bei den Lizenz Herren zu fahren. Montag, den 2. Mai mitten in der Nacht ziehen Lichter auf dem halbtägigen Rückweg in den Harz vorbei und es ist gut so. Es war eine lange, spannende und lehrreiche Zeit in Italien, die direkt in ein paar Touren als ausgebildeter Guide führt und den nächsten Trainingsblock folgen lässt, der sicher nicht so entspannt wird wie die Ronda Extrema !! :)
 

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